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14.11.2006 Tränen werden zu Diamanten

14.11.2006 Tränen werden zu Diamanten

Die Kinder des Mudzini-Kwetu-Centres

Wenn aus den Tränen eines Kindes kleine Diamanten werden
Kinder in Kenia beschenken ihre "Entwicklungshelfer" in Deutschland und Backnang. Viele Menschen, Firmen, Schulen, Vereine, kirchliche und karitative Organisationen sowie Behörden und Printmedien, aus Deutschland und besonders aus Backnang und Umgebung haben durch ihre hohe Spendenbereitschaft in den vergangenen Jahren an den Verein Kinderhilfe Kenia e. V. Waisenkindern in Kenia wieder eine Lebensperspektive gegeben.
Die Kinder des Mudzini-Kwetu-Centres in Kenia verschenken nun symbolisch kleine Diamanten an ihre "Entwicklungshelfer" als Dank für ihre Hilfsbereitschaft.
Diese Diamanten sind ihre Tränen, die durch ihre leuchtenden Augen, die mich bei meinem Besuch im Oktober 2006 anstrahlten, und durch ihr Lachen getrocknet wurden.

Wohnhaus im Mudzini-Kwetu-Centre

Dabei haben wir auch erfahren, dass diese Kinder das Lachen erst wieder lernen mussten, denn ihr kurzes Leben war, bevor sie in "unser" Kinderheim kamen, mehr durch Trauer als von Freude geprägt. Dies wird oft vergessen, wenn wir in Deutschland von unseren Erfolgen, die es zweifellos gibt, berichten. Die Kinder (noch ausschliesslich Mädchen), die nun in unserem Kinderheim leben, sind Waisenkinder und waren in den meisten Fällen Strassenkinder aus Kenias Küstenregion am Indischen Ozean. Strassenkinder, die in Pappkartons und rostigen Autowracks wohnen und von dem lebten, was sie in Mülltonnen und Müllhalden finden. Sie leben auch vom dem was sie stehlen und dann wieder verkauften um es dann wieder zu stehlen.

Das Leben der Strassenkinder in Kenias Städten und an der Küste des Indischen Ozeans, die jährlich von mehreren tausend Urlaubern besucht wird, ist hart. Sie leben in unterschiedlichen Gruppen von Strassenkindern und sie organisieren ihr Leben in kleinen Diktaturen. Immer nach dem Recht des Stärkeren. Oft geraten Sie in Konflikt mit der Polizei, die sie stets im Visier hat, wenn z. B. irgendwo ein Diebstahl gemeldet wird. Alle haben ihre eigene Lebensbiographie. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Gegenden Kenias und aus den angrenzenden Ländern wie Uganda, Sudan, Äthiopien, Somalia und Tansania.

Einige von ihnen hatten ihre Eltern durch kriegerische Auseinandersetzungen in ihrer Heimat verloren und haben in den meisten Fällen keine Erinnerung mehr an ihre Eltern, weil sie noch zu klein waren, als sie ihre Eltern verloren. Eltern, die an Aids, Unterernährung oder durch einen Unfall ums Leben gekommen waren. Andere von ihnen hatte man regelrecht entsorgt, wenn es für sie in der Familie – wo heute noch eine Kinderzahl von zehn und mehr keine Seltenheit ist – nichts mehr zu Essen gab. Besonders die Kleinsten von ihnen und die Mädchen stehen mehr an der Schwelle zum Tod als auf einer sicheren Lebensplattform, da sie dem erbarmungslosen Kampf auf der Strasse oft nicht gewachsen sind und von dem sie sich nicht aus eigener Kraft befreien können.

Die Vorstandsmitglieder des Vereins Kinderhilfe Kenia e. V. haben schon vor nahezu dreizehn Jahren erkannt, dass diesen Kindern geholfen werden muss. Dass die ersten Bemühungen des Vereins in der Zwischenzeit zu einer wahren "Erfolgsstory" wurde, ist den heute 123 Mitgliedern des Vereins sowie den viele Spender aus Deutschland, der Schweiz, aus Holland und vor allem aus Backnang und Umgebung zu verdanken.

In der Zwischenzeit konnten auf dem 10.000 qm großen Grundstück, dessen Kauf von unserem Verein von den Spenden finanziert wurde, der Ausbau der Infrastruktur (Strom- und Wasserversorgung u.s.w.), die Einrichtungen für die Abwasserentsorgung und drei Gebäude fertiggestellt werden, wo heute 23 Mädchen mit dem Betreuungspersonal leben.

Bis auf die fast ein Jahr alte "Hope“ gehen nun alle Kinder mit grosser Freude in die Schule. Selbst von den Kleinen, die noch die "Vorschule" besuchen, ist selten ein Murren zu hören, wenn sie jeden Morgen um 5 Uhr aufstehen müssen und erst am Abend gegen 6 Uhr aus der Schule kommen. Nun, wo die Kinder mit einem in Eigenleistung aufgemöbelten Schulbus in die Schule gefahren und mit ihm dort auch wieder abgeholt werden, können sie es morgens etwas gemütlicher angehen lassen. Für diesen "Luxus" werden die Kinder von ihren Klassenkameraden, die die grösste Strecke zur Schule laufen müssen, schon etwas beneidet.

Dank der zwischenzeitlich gut entwickelten "Farm" erhalten die Kinder Milch von der eigenen Kuh, Eier von den eigenen Hühnern sowie Obst und Gemüse aus dem eigenen Anbau. Hiermit ist sicher gestellt, dass alle Kinder eine ausgewogene Verpflegung erhalten, was in Kenia nicht selbstverständlich ist. Diese Ernährung führt dazu, davon sind die Heimmütter überzeugt, dass die Kinder selten krank werden. Wenn dann doch mal Dr. Sahid, ein indischer Arzt, ins Haus kommen muss, was selten der Fall ist, dann sind die Kinder in guten Händen und können bald wieder herumtollen.

Wie erwartet, hat sich die mit Solarstrom betriebene Wasserpumpe der Brunnenanlage sehr bewehrt. Nach diesem Erfolg war es nur eine Frage der Zeit – und des erforderlichen Geldes – bis wir den Einsatz innovativer Technik durch die Nutzung regenerativer Energie weiter ausgebaut haben und nun schon einen Teil des Strombedarfes mit einer weiterer Solaranlagen abdecken können.

Das auch bewusst mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen umgegangen wird zeigt, dass zum Bau eines Carport die Stützfeiler und Dachbalken aus dem Holz von gefällten Kokospalmen, die aus Sicherheitsgründen gefällt werden mussten, angefertigt wurden.

Neben den schon aktivierten Teilprojekten wurde die landwirtschaftlich nutzbare Fläche des Grundstücks für die Bepflanzung nun vollständig ausgebaut. Im Oktober dieses Jahres erstreckte sich über das Gelände Anpflanzungen wie z. B. Kartoffel, Bohnen, Tomaten, div. Gemüse- und Salatsorten sowie Bananenstauden und fast alle Arten tropischer Früchte, die mit sehr hohem Ertrag geerntet werden können.

Dieses vielfältige Wachstum wurde nach der langen Trockenzeit, von der auch die Küstenregion betroffen war, durch das "Zaubermittel" Wasser gefördert, das es z. Zt. durch die noch anhaltenden Regenfälle an der Küste in ausreichender Menge gibt.

Anmerkung: Im Landesinnern ist nach fast 10 Monaten bis heute kaum Regen gefallen. Die anhaltende Dürre hat in weiten Teilen Kenias zu einer Hungerkatastrophe geführt.